750 Jahre Schönberger Geschichte

Vor- und Urzeit

Dichte Wälder, die Täler von Wildwassern durchflutet und voller dunkler Sümpfe und Moore. Der Nordwald, wie der gesamte Raum nördlich der Donau bezeichnet wurde, zeigte sich nicht unbedingt von einer sehr einladenden Seite. Sammler und Jäger sind vermutlich durch diese unwirtliche Gegend gestreift, ohne sich jedoch hier niederzulassen. Während zunächst die Römer und später die Germanen in der fruchtbaren Landschaft entlang der Donau siedelten, mieden sie den Nordwald. Erst im 12. oder 13. Jahrhundert kamen erste Siedler durch den Sonnenwald. Das Dorf Tumiching (heute zu Innernzell gehörig) war ein erster Wohnort in unserer Gegend.

Das gesamte Waldgebiet war herrenloses Wildland und gehörte so dem König. Erst im 12. Und 13. Jahrhundert erscheint eine zum Hochstift Passau gehörige Grafschaft Windberg. Das Gebiet um Schönberg gehörte zur Herrschaft Bärnstein. Bischof Mangold verlieh diese Herrschaft 1207 an den Grafen zu Hals. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Burgen, die längst nicht mehr existierende Burg Schauenstein (heute Saunstein), die alte Gerichtsburg Bärnstein, Schloss Klebstein, Burg Rammelsberg, Schloss Eberhardsreuth, die Saldenburg und Scharten, das Feste Haus bei Furth und die Burg Bibereg. Erbaut wurden diese von ehrgeizigen Ministerialien der ehemaligen Besitzer, der Vornbacher, Adechser, Halser und des Bischofs von Passau. Um diese Burgen wurde Wald gerodet und Ackerbau betrieben.Von großer Bedeutung ist auch die Guldenstrass, auf der das wertvolle Salz von Passau oder Vilshofen aus nach Bergreichenstein transportiert wurde.

Nach dem Tod des letzten Halser Grafen Leopold 1375 fiel die Herrschaft Bärnstein an den Landgrafen Johann I. von Leuchtenberg.  Im sogenannten Halser Salbuch ist Schönberg zum ersten Mal als Markt aufgeführt. Schönberg besaß damals schon 33 Bürgerhäuser und sieben landwirtschaftliche Güter. Auch vier Schmiede, je ein Wagner, Schuster, Schreiner, Hafner und zwei Krämer sind verzeichnet. Alles in allem lässt sich auf ungefähr 200 Leute schließen.

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Markt und Marktrecht

Seit Ende des 13. Und 14. Jahrhunderts muss Schönberg eine gewisse Bedeutung für den umliegenden Bereich gehabt haben. Begünstigt wurde dies durch die Lage am Schnittpunkt der Straßen von Passau nach Regen und von Grafenau nach Deggendorf. So war Schönberg aus allen Richtungen leicht erreichbar. Dort, wo sich die beiden Straßen trafen, Fuhrleute und Händler rasteten, Waren ein- und ausluden, entstand der Marktplatz.

Durch verschiedene Kriege und Brände gingen alte Markt- und Freiheitsbriefe  immer wieder verloren. Immer wieder kam es zu Unstimmigkeiten zwischen der Marktgemeinde und dem Pfleggericht Bärnstein wegen der zustehenden Freiheiten und Rechte. Um ihre Rechte zu sichern baten die Schönberger den Herzog mehrmals, ihre Marktrechte neu zu verleihen und zu bestätigen, so in den Jahren 1608, 1635 und im Freiheitbrief aus dem Jahr 1777.  So entwickelte sich in Schönberg ein reges Markttreiben. Besonders die Ochsenmärkte hatten auch überrregional eine große Bedeutung.

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Schönberg in Not: Kriege und Brände

Eng aneinander stehende Häuser aus Holz, Dächer zum Teil aus Stroh. Selbst kleine Brände konnten hier schnell zur Katastrophe führen. Mit Wasser gefüllte Ledereimer und schwache Handspritzen hatten der Zerstörungswut der Flammen nur wenig gegenzuhalten. Ob sorgloser Umgang mit glühender Asche, Blitzschlag oder missglückte Salutschüsse zu einer Hochzeit. Die Chronik Schönbergs berichtet von einer großen Zahl verheerender Brände, denen oft große Teile des Marktes zum Opfer fielen.

Doch auch unter den Kriegen hatte Schönberg zu leiden. Nachdem in den ersten Jahre des 30-jährigen Krieges  die Gegend noch verschont wurde,  streiften ab dem Jahr 1633 immer mehr plündernde Banden von Straubing aus durch den Bayerischen Wald. Mit der Eroberung Regens durch die Schweden war Schönberg immer wieder inmitten des Kriegsgeschehens. Nachdem mit dem Friedensvertrag zu Münster 1648 langsam wieder Ruhe einkehrte, war Schönberg durch Plünderungen und Soldatenquartiere stark geschädigt. Auch die folgenden Auseinandersetzungen, wie der spanische und der österreichische Erbfolgekrieg gingen durch Soldatendurchzüge und Plünderungen nicht schadlos an Schönberg vorüber. 

Der eigentlichen Kriegsschauplätze des zweiten Weltkrieges waren zunächst weit weg. Doch durch die immer zahlreicher werdenden Meldungen über Gefallene, Flüchtlinge und Evakuierte war der Krieg auch in Schönberg sehr präsent. Am Morgen des 6. Aprils 1945 wurden in das Mädchenschulhaus und den ersten Stock des Knabenschulhauses unter SS-Bewachung 66 Sippenhäftlinge einquartiert, unter Ihnen der französische Sozialistenführer Leon Blum und Dietrich Bonhoeffer. Der evangelische Pastor wurde von Schönberg aus in das KZ Flossenbürg gebracht, wo er hingerichtet wurde. Die evangelische Kirche, eine Straße und die Schule tragen in Erinnerung daran den Namen Bonhoeffers.

Am 25. April 1945 kamen die Amerikaner nach Schönberg. Nach einer Gegenwehr durch RAD-Männer vom Kadernberg aus, nahmen die Amerikaner den Schönberg in Beschuss. An verschiedenen Stellen des Marktes brach Feuer aus. Auch der Kirchturm wurde getroffen und ging in Flammen auf, Kirchenschiff und Pfarrhof konnten zwar zum Großteil gerettet werden, doch mehrere Gehöfte und Häuser brannten nieder, über 30 Menschen fanden den Tod.

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Schönberg nach 1945

Prägend für Schönberg war der Sitz des Finanzamtes und des Forstamtes. Umso bitterer war der Abzug der beiden Behörden im Rahmen der Gebietsreform im Jahr 1974. Massive Proteste und Resolutionen des Marktgemeinderates und der Bevölkerung konnten dies nicht verhindern. In die Räume des nun ehemaligen Finanzamtes zog nun das Rathaus.
Im Rahmen der Gemeindegebietsreform wurden 1978 die Gemeinden Eberhardsreuth, Hartmannsreit und Kirchberg in die Gemeinde eingegliedert. Ab diesem Zeitpunkt bildete man auch die Verwaltungsgemeinschaft Schönberg auf kommunaler Ebene mit den Gemeinden Eppenschlag,  Innernzell und Schöfweg.

In der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl durch den Zuzug der Heimatvetriebenen stark an. Die Ausweisung von Baugebieten anfangs der 90er Jahre brachten einen weitere Bevölkerungsanstieg.
Seit 1988 wurde der Ortskern systematisch umgebaut. Man wollte die Attraktivität der Ortsmitte steigern, ohne in die gewachsene historische Bausubstanz einzugreifen. Der Marktplatz in seiner heutigen Form, mit den typischen Häusern im Inn-Salzachstil, dem Baumbestand und dem Sandplatz mit Pavillon wurde geschaffen. Er dient nicht nur als Einkaufsstraße und Verkehrsweg, sondern auch als Platz für zahlreiche Feste und Märkte.

Nach dem zweiten Weltkrieg entstanden zahlreiche kleinere Unternehmen und Handwerksbetriebe. Als 1980 eine größere Nachfrage nach Industriestandorten aufkam, wies man in Saunstein ein Industrie- und Gewerbegebiet aus. Auch wenn Schönbergs Wirtschaft nicht von Konkursen und Schließungen  verschont wurde, entwickelten sich die Unternehmen am Standort Schönberg sehr gut. Ob in der Kunststoffindustrie oder im Anlagenbau, Schönberger Unternehmen sind weltweit aktiv. Eine besondere Bedeutung kommt dem Tourismus zu.

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