Wo liegen unsere Wurzeln?
Schönbergs Wurzeln liegen in Kirche und Handel
Gerichtsakte als erster urkundlicher Nachweis
Das Besitzbuch des Klosters Osterhofen berichtete über eine Gerichtsverhandlung zwischen den Herren von Ranfels und den Untertanen des Klosters in Schönberg. Dies sei die älteste Nennung Schönbergs, berichtet der Leiter des Diözesanarchivs Passau, Herr Dr. Herbert Wurster in seinem Vortrag über die Wurzeln der Marktgemeinde und Pfarrei Schönberg.
Der Pfarrsaal war bis auf den letzten Platz gefüllt, und immer noch musster Stühle herbeigebracht werden, so groß war das Interesse an dem Vortrag im Rahmen des Schönberger Jubiläumsjahres. Wie lange es Schönberg nun wirklich gibt, dass kann auch der Fachmann nur schwer genau sagen. Richter bei gesagter Verhandlung waren die Halser Grafen Albert VII und Alram V, die seit dem Jahr 1308 regierten. Ein wichtiger Zeuge verstarb im Jahr 1324. In diesem Zeitraum musste die Gerichtsverhandlung stattgefunden haben. Einen weiteren Beleg sieht Wurzer in dem Patronzinium der Schönberger Pfarrkirche St. Margareta. Im Jahr 1304 wurde eine Tochter des Grafen von Hals mit dem Namen Margareta geboren.
Schönberg wurde damals als "generali Placi" beschrieben, was auf eine regional herausragende Bedeutung des Ortes schließen lässt. Die Besitztümer des Klosters Osterhofen, in dessen Auftrag due Grafen von Hals die Region verwalteten ging von Winzer bis an die Ilz. Nicht ganz uneigennützig versuchten die Grafen durch eigene Rodungsaktivitäten in Schönberg die Herrschaftsansprüche des Passauer Fürstbischofs zu unterlaufen. Im Spätmittelalter entwickelte sich daraus ein über mehrere Generationen dauernder Rodungs- und Siedlungsprozess.
Im Grundriss des Ortes sah Dr. Wurster einen Hinweis auf die Bedeutung Schönbergs als Zwischenstation im internationalen Fernhandel der damaligen Zeit. Neben der eher unregelmäßigen Bebauung nordwestlich der Kirche ist der Ostteil mit seinem Marktplatz eine klassische Plananlage. Der große Platz in der Mitte bot den rastenden Handelszügen Schutz. Zwischen dem Voralpenland in Böhmen wurde Salz und Getreide gehandelt, andere Händler benutzten die Straße durch den Bayerwald als Handelsweg. Aus Ungarn wurden Ochsen zur Verpflegung der großen bayerischen Städte getrieben.
Die verkehrsgünstige Lage war so Schlüssel zur Entwicklung des Marktes Schönberg. Dr. Wurster erinnerte daran, dass jedoch auch Katastrophen wie Kriege und Pest so immer wieder nach Schönberg gelangten und ihr Tribut forderten. Brüche in der Funktion als Zentralort und zahlreiche Brände machten den Schönbergern das Leben schwer. Er zitierte aus dem bewegenden Bericht des Schönberger Pfarrers über die schrechlichen Kriegsereignisse im April 1945.
"Von guten Mächten wunderbar geborgen" intonierte darauf das Schönberg Quartett. Dieses Lied stammte aus der Feder von Dietrich Bonhoeffer, der ja ebenfalls mit der Schönberger Geschichte verbunden ist. Das Ensemble unter der Leitung von Robert Pernpeintner interpretierte mit seinen Liedern den Begriff "Heimat" und gestaltete so den Abend musikalisch.
Der Vorsitzende des Kulturvereins Bernd Bachhuber bedankte sich auch im Namen des Marktes Schönberg bei dem Referenten für den sehr fachkundigen Vortrag und seine Unterstützung bei der Suche nach den Wurzeln des Marktes und der Pfarrei Schönberg.
Festprogramm
6. Januar:
Johann-Strauß-Gala
Neujahrskonzert
9. März:
Wo liegen unsere Wurzeln?
Vortrag
28. April:
Jung und ohne Grenzen
Rock-Konzert
29. April:
Jung und ohne Grenzen
Frühschoppen
30. Juni:
Swinging Woid
Dixieland und Jazz
01. Juli:
Swinging Woid
Dixieland-Frühschoppen
18. August
Schönberger Lebenslust
Zeitreise mit Essen, Spektakel und mehr!
29. September
Da Blechhauf'n
Viel mehr als ein Konzert





