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Bürgermedaille für Winfried Weiß

„Man kann in die Zukunft nicht schauen, aber den Grund für etwas zukünftiges legen“, so begann Bürgermeister Martin Pichler die Jahresabschlussfeier des Marktes Schönberg. In diesem würdigen Rahmen bekam der ehemalige Marktgemeinderat Winfried Weiß die Bürgermedaille des Marktes verliehen.

Winfried Weiß bekam die Bürgermedaille des Marktes verliehen.

Rückblick und das vergangene und Ausblick auf das neue Jahr prägten die Ansprache des ersten Bürgermeisters Martin Pichler

Dank für einen Kämpfer für die Region und Unterstützer des Marktes Schönberg, MdB a.D. Bartholomäus Kalb.

Stimmungsvolle Musik zum festlichen Anlass von Silvia Weber und Magdalena Kneidinger

Traditionsgemäß lud der Bürgermeister zahlreiche Verantwortliche und ehrenamtlich engagierte in der Marktgemeinde ein. Neben aktuellen und ehemaligen Kommunalpolitikern sowie Ehrenbürgern waren auch der ehemalige Bundestagsabgeordnete Barthl Kalb sowie die stellvertretende Landrätin Helga Weinberger in das Gasthaus „Fernblick“ nach Kirchberg gekommen. Der Bürgermeister verband mit seiner Einladung den Dank und Anerkennung für die im vergangenen Jahr erbrachten Leistungen und Dienste.

Wie schon in den Vorjahren wurden auch Vertreter des Wirtschaft und der Gesellschaft begrüßt, die Pichler als wertvoll tragende Säulen der Gemeinde“ bezeichnete. In diesem Jahr war das Unternehmen „Mode Scheuchenzuber“ eingeladen. Nach 32 Jahren hätten Vera und Helmut Scheuchenzuber im September ihr Modeschäft in Schönberg geschlossen. „Eine einschneidende Situation für das Unternehmen Mode Scheuchenzuber und für den Markt Schönberg“, so Pichler, „sie haben den Schritt in die Zukunft gewagt und bieten unsere Mode nun online über Amazon an.“

Dass Werte wie Gemeinsinn und Solidarität nicht zwangsläufig dem Trend zur Selbstverwirklichung zum Opfer fallen müssten, legte Pichler am Beispiel des Ehrenamtes dar. „Ehrenamt und Selbstverwirklichung lassen sich perfekt verbinden. Nur wer etwas gerne tut, tut es von Herzen, macht seine Sache gut und zieht Nutzen auch für sich selbst heraus.“ Dieses Ehrenamt sei die Stütze des gesellschaftlichen Lebens. Als Vertreter für die vielen ehrenamtlich Engagierten begrüßte der Bürgermeister den Soldaten- und Kriegerverein Schönberg, der mit Vorstand Franz Mautner und Kommandant Johann Resch gekommen war. Der Verein feierte im Sommer sein 150-jähriges Jubiläum. „Ob wir das 175-jährige noch feiern könne, kann man heute noch nicht beantworten, das 150-jährige Jubiläum wird ein historisches werden“, so Martin Pichler.

Auf 40 Jahre kann mit dem Fischereiverein Schönberg der zweite Verein zurückschauen, dessen Vorstände Thomas Kunze und Paul Komberec begrüßt werden konnten. Begonnen habe der Verein als eine Bürgerbewegung nicht gegen sondern für etwas. So wollten die 53 Fischer mit einem eigenen Verein die Pläne zur Schaffung eines Stausees unterstützen.

Nachdem sich kein Nachfolger für Heidi Lemberger fand, ging nach 44 Jahren die Ära der Damengymnastikgruppe Eberhardsreuth zu Ende. 44 Jahre sei die aktive Gruppe ein fester Bestandteil der Gesellschaft gewesen. Unvergessen seien Gartenfeste, Faschingsbälle, Mai- und Sonnwendfeiern. Heidi Lemberger leitete ab 1995 die Gymnastikgruppe, opferte viel Freizeit auch für Lehrgänge, Sitzungen und Vorbereitungen. Dafür dankte Pichler Heidi Lemberger: „Diese Arbeit, egal ob sich der Verein aufgelöst hat, war nicht umsonst.“

Rosmarie und Kurt Braunreuther hatten im zurückliegenden Jahr das 60-jährige Jubiläum des Gasthauses Braunreuther begehen können. „In 60 Jahren waren sie Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens, Herbergsmutter und -vater für die Waiderschützen, und immer für die Leute in Dorf da“, lobte der Bürgermeister das Wirte-Ehepaar, „und schließlich gibt es in der Simmerlsäge die beste Currywurst weit und breit.“

Für die musikalische Gestaltung dankte der Bürgermeister Silvia Weber und Magdalena Kneidinger, die den Abend mit stimmungsvollen Stücken an Steirischer und Harfe begleiteten.

Nach drei Jahre sei die Halbzeit in der aktuellen Legislaturperiode erreicht. Pichler dankte dem Marktgemeinderat der Verwaltung wie auch den Mitarbeitern des Bauhofs: „Ich habe unser Tätigkeit immer als eine Teamarbeit verstanden und das Ergebnis als Teamleistung gesehen. Es herrscht ein guter Gemeinschaftsgeist und die stetige Bereitschaft aller, konstruktiv an den Entscheidung des Marktgemeinderates mitzuwirken.“

Im Rahmen seines Jahresrückblicks dankte er dem ehemaligen Abgeordneten Barthl Kalb für seine Arbeit in 30 Jahren Bundestag. Er sei ein stetiger Fürsprecher und Kämpfer für die Region und Unterstützer für die Marktgemeinde gewesen.

Mit dem Breitbandausbau, der Fertigstellen der Abwasserbeseitigung, der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED und der Bebauung des Industriegebietes Saunstein mit einem großen Logistikzentrums durch die Firma APU Schönberg sowie der Fertigstellung des Neubaus „Feuerwehrgerätehaus mit Dorftreff“ Kirchberg seien wichtige Projekte in die Umsetzung gegangen oder hätten schon abgeschlossen werden können. Nun müsse man sich die Zeit nehmen den Haushalt wieder zu konsolidieren.

Dem zweiten Bürgermeister Günter Klampfl kam nun die Aufgabe zu, nach so vielen Worten des Dankes auch dem ersten Bürgermeister im Namen des Marktgemeinderates Dank zu sagen. „Dynamisch, innovativ, modern sei Bürgermeister Martin Pichler, das Wort „Team“ würde groß geschrieben. „Was haben Schmetterlinge und ein Industriegebiet gemeinsam“, fragte Klampfl auf gewohnt humorvolle Art, „beide haben dem Bürgermeister das Leben schwer gemacht.“. Doch habe es der Bürgermeister geschafft, den Schmetterling zu überzeugen, auf die andere Straßenseite zu fliegen.

Einstimmig sei der Beschluss gefallen, den in diesem Jahr aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Marktgemeinderat Winfried Weiß die Bürgermedaille des Marktes Schönberg zu verleihen. „Ich bin dankbar, dass es immer wieder Menschen gibt, die ihre Freizeit in den Dienst des Gemeinwohls und der Vereinsarbeit zu stellen. Mit Winfried Weiß ehren wir heute eine Persönlichkeit, die dies in vorbildlicher Weise tut“, so der Bürgermeister.

Die Laudatio hielt die langjährige politische Weggefährtin und ehemalige Marktgemeinderätin Inge Bornschlögl. „Uns allen ist bewusst, angefangen von Vereinen, Kirchen bis hin zur Kommunalpolitik: Eine Gesellschaft lebt von Menschen wie Winfried Weiß“, so die Laudatorin. Winfried Weiß wurde 1963 in Schönberg geboren. Um seinen Berufswunsch Polizist nachzugehen, musste er schon mit 17 Jahren von zu Hause weg. Nach dem Studium an der Beamtenfachhochschule pendelte er 16 Jahre lang zwischen Schönberg und verschiedenen Einsatzorten, bis er Dienstgruppenleiter in Grafenau wurde.

Von klein an war der Geehrte fest ins Schönberger Leben eingebunden, übernahm mit neun Jahren als Ministrant sein erstes Ehrenamt. Mit zehn Jahren entdeckte er seine sportliche Liebe zur wichtigsten Nebensache der Welt, dem Fußball. „Winfried ist ein Teamspieler, lernte sich durchzusetzen aber auch auf andere einzugehen“, charakterisierte Inge Bornschlögel den Geehrten. Als Abteilungsleiter, Jugendleiter und Trainer der F-Jugend engagierte er sich für den TSV Schönberg und wurde dafür mit  der goldenen Ehrennadel des TSV und dem Ehrenamtspreis des Deutschen Fußballbundes ausgezeichnet

„Winfried war immer aufgeschlossen, etwas neues zu probieren“, erinnerte Bornschlögel, „was lag näher als sich auch politisch zu engagieren, als Marktgemeinderat, Kreisrat, Mitglied in verschiedenen Ausschüssen, Jugendreferent und Referent für Familien.“ Dabei könne man dies nicht in die Zeit vor und nach der Erkrankung einteilen. Durch seine Fähigkeit komplexe Zusammenhänge zu analysieren und wenn notwendig auch hart zu diskutieren ermöglichte er wichtige Entscheidungen im Marktgemeinderat. „Auch bei seiner Bereitschaft sich für Mitmenschen einzusetzen gibt es kein davor und danach“, so Bornschlögel. Mit dem  Rollstuhl als ständiger Begleiter habe Weiß das Heft des Handelns nicht aus der Hand gegeben, übernahm das Referat Soziales Familie und Senioren, gründete Netzwerke und setzte sich für die Belange Behinderter ein zu bewirken. 2015 kandidierte Weiß erneut für den Gemeinderat und war nach dem Generationswechsel in dem Gremium als alter Hase ein wertvoller Ratgeber. „Nicht die Zeit, sondern welche Spuren du hinterlassen hast, hat Schönberg lebenswert gemacht“, so das Fazit der Laudatorin.

In seinen kurzen und sehr persönlichen Dankesworten berichtete Weiß, dass er sehr überrascht war, mit der Bürgermedaille ausgezeichnet zu werden: „Ich werde die Auszeichnung mit Stolz tragen. Ein Ehrenamt fordert nicht nur, sondern es gibt einem auch sehr viel zurück. Man gewinnt an Lebenserfahrung und lernt Weggefährten als Freunde kennen.“