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Die Gitarre neu erfinden

„Gitarren sind in der Regel zu leise, selbst in der Kammermusik hat das Instrument zum Beispiel gegen Streicher keine Chance“, beschreibt Helmuth Frisch das Problem, dass er mit seinen selbst gebauten Gitarren lösen möchte.

Helmuth Frisch (links) erklärt Bürgermeister Martin Pichler in seiner neuen Werkstatt die Besonderheiten seiner handgefertigten Instrumente.

Frisch ist in Schönberg kein Unbekannter. Der Ingenieur war Gründer und viele Jahre der Inhaber der Schönberger Gerätebaufirma S+S, jetzt sesotec. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben baute er seine eigene Gitarre. „Dabei war mir der klassische Gitarrenbau zwar ein Vorbild, ich ging das Problem aber als Ingenieur an“, erzählt Frisch. Er entwickelte eine Gitarre mit einem besonders steifen Körper, so dass möglichst wenig Energie der schwingenden Saiten verloren geht und direkt in Lautstärke umgewandelt wird. Ausgesuchte Hölzer, vom tropischen Palisander bis hin zur Arber-Fichte und eine handwerklich hochstehende Verarbeitung lassen die Instrumente zwar sehr kräftig aber auch warm und klar erklingen. Seine neueste Idee ist eine Gitarre, bei der sich in Sekundenschnelle der Abstand der Saiten zum Hals verstellen lässt, so dass diese der Spielweise des Gitarristen angepasst werden kann.

In dem ehemaligen Feuerwehrhaus in Kirchberg schuf sich Frisch optimale Bedingungen für sein neues Tätigkeitsfeld. Sogar Gitarrenbaukurse bietet der Autodidakt mittlerweile an. Die Schüler können dann in der neu geschaffenen Ferienwohnung im Obergeschoss wohnen.

Für Bürgermeister Martin Pichler ist diese Nachnutzung des ehemaligen Feuerwehrhaues ein Glücksfall. „Jetzt haben wir mit den Gitarren einen neuen Exportschlager aus Schönberg“, freut sich das Gemeindeoberhaupt. Bei einem Besuch in der Werkstatt ließ sich Pichler die Besonderheiten der Gitarren zeigen und von der großen Freude anstecken, mit der sich Helmuth Frisch in seine neue Tätigkeit stürzt. Und wenn man sich die Instrumente genauer ansieht, Schnitzereien im Gitarrenkopf, Randeinlagen und handgearbeiteten Verzierungen, der erkennt, dass in dem Ingenieur Helmut Frisch auch ein Künstler steckt.

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