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Schönberg feiert Erntedank mit Herbstmarkt und Festzug

„Dankbar sein für eine gute Ernte, auch wenn die Regale scheinbar immer gut gefüllt sind“, mahnte Pfarrer Michael Bauer in seiner Predigt zum Erntedankfest an. Mitglieder des Heimat- und Volkstrachtenvereins gestalteten den Gottesdienst mit Dreigesang und Trachtlermusi. Auch die Kinder- und Jugendgruppe brachte sich ein, las die Fürbitten oder trug die Gaben zum Altar.

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Auf den beiden Marktplätzen entwickelte sich nach dem Erntedankgottesdienst schnell ein buntes Markttreiben. Von Blumenschmuck bis zu Holzbürsten ging das Angebot. Die Besucher beobachteten einen Zimmerer, der nach alter Handwerkskunst Regenrinnen oder Dachschindeln herstellte. Etwas moderner, mit einer Kettensäge, bearbeitete ein Holzbildhauer einen stattlichen Holzstamm. Auch der Schnupftabakreiber von Perlesreut kam nach Schönberg und bot Interessierten eine ordentliche Prise an. Am Stand des Trachtenvereins konnte man erleben, wie Sauerkraut fachmännisch gehobelt und eingestampft wurde.

Am Unteren Marktplatz stellten die Oldtimerfreunde Grafenau ihre liebevoll restaurierten Traktoren aus. Der Gartenbauverein bewirtete hier seine Gäste und informierte und viele bekannte und weniger bekannte Apfelsorten. Als sich dann gegen 14 Uhr nach dem Auftritt der Jagdhornbläser der große Erntedankzug in Bewegung setzte, hatte auch der Wettergott ein Einsehen, der Regen hörte auf und die Bänke an den zahlreichen Tischen waren schnell besetzt. Eine große Zahl an Pferdegespannen und Fußgruppen hatte der Rosserer-Stammtisch organisiert. Auf den Fuhrwerken mit den prächtig geschmückten Rössern stellten die Rosserer alte landwirtschaftliche Arbeiten da, etwa das Brechen von Gsod (Stroh für Futter) oder das Ausfahren von Mist.

In einem langen Erntedankzug folgten sie der Erntekrone und dem großen Früchtewagen des Trachtenvereins. Unter den Klängen der Marktkapelle zogen alle über die beiden Marktplätze und versammelten sich schließlich zur Pferdesegnung unterhalb der Pfarrkirche. Bei einem bunten Programm gab es immer etwas zu sehen. Es wurde mit Dreschschlegeln und einer alten Dreschmaschine Getreide gedroschen, die Kinder des Trachtenvereins tanzten und die Goaslschnalzer ließen es ordentlich krachen.