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Qualität mit Buch und Siegel

Die Anforderungen des Michaelsbundes, dem nach eigener Aussage ältesten Büchereiverband Bayerns sind durchaus sportlich. Neben einer gewissen Raumgröße, regelmäßigen Öffnungszeiten an mindestens drei Tagen, einem Mindestbestand an Büchern werden auch eigene Veranstaltungen im verlangt.

Mit dem monatlichen Treffpunkt Bücherei für Kinder, dass von bis zu 40 Kindern besucht wird, erfüllt das ehrenamtliche Team um Büchereileiter Reinhold Hartl auch diese Voraussetzung. Und so erhielt die Marktbücherei Schönberg jetzt das silberne Büchereisiegel des Michaelsbundes. Reinhold Hartl freut sich, dass die Schönberger Bücherei gleich im ersten Jahr des Siegels damit ausgezeichnet werden konnte: „Es ist wichtig, dass wir auch als ehrenamtlich betriebene Bücherei einen gewissen Standard bieten. Und dazu gehören auch entsprechende Räumlichkeiten.“ So sollen sich die Büchereien weg von reinen Ausleihstellen hin zu sozialen Treffpunkten entwickeln. Er dankte Pfarrer Michael Bauer und Bürgermeister Martin Pichler für die Unterstützung durch die ansprechenden Räume. Für Bürgermeister Martin Pichler ist das neue Siegel eine Leistung der Mitarbeiter: „ Wir stellen letztlich nur finanzielle Mittel zur Verfügung. Das Bücherei-Team macht die Arbeit.“ Auch Pfarrer Michael Bauer freut sich über die Auszeichnung der gemeinsam von kirchlicher und politischer Gemeinde betriebenen Einrichtung, es sei jedoch nicht mehr selbstverständlich, dass Kirchengemeinden öffentliche Büchereien förderten.

Bevor Bürgermeister, Pfarrer und Büchereileiter nun das neue Siegel an die Eingangstür klebten, gab Reinhold Hartl einen kurzen Einblick über die Situation der Marktbücherei. In diesem Jahr haben bis jetzt über 10 000 Personen die Bücherei besucht, bis zum Jahresende werde man wohl wieder auf 12 000 Besucher kommen. Gerade bei CD oder DVD sei die Ausleihe rückläufig, hier merke man das geänderte Nutzungsverhalten. Viele würden die Angebote der Internetdienste nutzen und Musik und Videos streamen. Andererseits ermöglicht die neue Technik, schnell auf die Wünsche der Besucher reagieren zu können. „Gerne gehen wir auf diese Wünsche ein, haben aber auch einen Qualitätsanspruch bei der Beschaffung unserer Medien und Bücher“, so Reinhold Hartl.