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Kleinoden auf dem alten Friedhof

Der alte Friedhof in Schönberg ist nicht nur auf Grund der Lage und des weites Ausblickes ein ganz besonderer Platz. Auch gibt es zahlreiche Grabplatten zu entdecken, die einen Einblick in die Geschichte geben. So zum Beispiel eine kleine weiße Engelsfigur in einem Relief, das in der rechten Friedhofsmauer eingelassen ist. Eine Privatinitiative rettet steinerne Zeugnisse vor dem Verfall.

Diese vermutlich ehemalige Grabplatte erinnerte an Babette von Hueb, der im Alter von fast elf Jahren verstorbenen Tochter des damaligen Schlossherrn und Bärnsteiner Landrichters von Hueb.

In einem Facebook-Beitrag vom Januar dieses Jahres veröffentlichte Josef Sager ein Foto davon, Betonspitzer, dicker schwarzer Belag und eine fast zu Unleserlichkeit verwaschene Schrift  zeigten überdeutlich die Spuren der Zeit. Über Facebook organisierte Peter Pleintinger Hilfe für das von der Zerstörung bedrohte Kleinod. Er fand Unterstützung bei Erwin Waibllinger, der immer wieder auf den Friedhof ging und den Schmutz vorsichtig von dem Relief löste. Um die Schrift kümmerte sich die Steinmetzin Sonja Hartmannsgruber.

Einige alte Grabplatten fanden ihren neuen Platz im Vorraum der Leichenhalle, wo sie vor Wind und Wetter geschützt sind. Ihrer hat sich Steinmetz Rupert Peschl angenommen. Er besserte Schadstellen aus und färbte die Schrift und die teils ornamentalen Verzierungen neu ein. „Die beiden Initiativen freuen mich sehr“, so Bürgermeister Martin Pichler bei einer Besichtigung der renovierten Grabmale, „denn solche Zeugnisse aus der Vergangenheit muss man erhalten.“ Für Pfarrer Michael Bauer sind Grabplatten mehr als eine Erinnerung an Verstorbene: „Sie geben uns ein geschichtliches Zeugnis, erzählen von Berufen und Lebenserwartungen und geben auch Einblick in Ansehen und Finanzkraft der Familien.“