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Gut besuchte Bürgerversammlung in Schönberg

Die neu eingerichtete stationäre Kinder- und Jugendhilfe des Kreis-Caritasverbandes Freyung-Grafenau e.V. stand als erster Punkt auf der Tagesordnung der Bürgerversammlung, zu der Bürgermeister Martin Pichler etwa 70 Bürgerinnen und Bürger begrüßen konnte.

Tamara Paulig und Martina Hofbauer vom Kreiscaritasverband stellten ihre Einrichtungen vor, die aus der ursprünglichen Unterbringung minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge entstanden sind. Für die mittlerweile Volljährigen war es nicht ganz einfach gewesen, den betreuten Bereich und damit die Sicherheit verlassen, berichtete Tamara Paulig. Sie wohnen jetzt in Wohnungen in Schönberg und erhalten Unterstützung durch die teilstationäre Gruppe. Zentraler Treffpunkt ist das Büro in der Kirchgasse. In den frei gewordenen Räumen sind zwei Heilpädagogische Wohngruppen entstanden, in denen derzeit acht Kinder wohnen.

Martina Hofbauer gab einen Einblick in den Tagesablauf. Dieser ist familienähnlich strukturiert, jedes Kind hat seinen festen Ansprechpartner in der Gruppe. Der Tag ist sehr strukturiert. Wenn die Kinder aus der Schule kommen gibt es ein Mittagessen und dann werden die Hausaufgaben gemacht. In der Freizeit sind sie viel draußen. Auch zu den haushaltlichen Arbeiten müsse jedes Kind seinen Teil dazu beitragen.

Ziel ist es, dass die Kinder in die Familien zurückkommen, was jedoch nicht immer möglich sein. Dann werden sie begleitet, bis sie ins eigene Leben gehen können. Zusätzlich gibt es Hilfsangebote  für die Eltern beim Umgang mit ihren Kindern oder auch  Therapien für die Aufarbeitung der oft  traumatisierenden Erlebnisse.

Pro Gruppe sind sieben bis acht Mitarbeiter tätig, zusätzlich Mitarbeiter für Hauswirtschaft und Reinigung sowie ein Hausmeister.

In der teilstationären Gruppe strukturieren die jungen Männer ihren Alltag selbst. Sie bekommen Unterstützung in schulischen Belangen oder  Ämtergängen. „Sich in das deutsche System einzufügen ist alles andere als einfach für sie“, so Tamara Paulig. Kinder und Jugendliche gehen in die umliegenden Schulen oder machen eine Ausbildung, zum Beispiel als Maler, Maurer, Metzger, in der Kinderpflege oder als  Mechaniker.

Zahlreiche Fragen an Martina Hofbauer und Tamara Paulig zeugten von dem großen Interesse der Schönberger an den Einrichtungen.

Anschließend gab Bürgermeister Martin Pichler in seinem Tätigkeitsbericht einen Einblick in zahlreiche abgeschlossene, laufende oder geplante Projekte. Diese seinen gekennzeichnet einmal durch eine gewisse Erholung der finanziellen Gesamtsituation und auf der anderen Seite einer hohen Auslastung bei Planungsdienstleistungen und Bauunternehmen. Dies erschwere die zügige Umsetzung zahlreicher Projekte.

Den Einwohnerstand von 3879  zum 30.06.2018 bezeichnete Pichler als stabil: „Wir haben weniger Geburten als Sterbefälle. Dieses Minus wird durch die Zuzüge ausgeglichen. Das Durchschnittsalter der Gemeinde steigt, junge Menschen werden weniger, ältere Menschen werden mehr.“ Die habe auch Auswirkungen Grundstückserwerbe. So entwickle sich das Baugebiet Burgstall sehr positiv..

Für den Bereich Abwasserbeseitigung ging Pichler exemplarisch auf den Marienweg ein. Es habe länger gedauert, da die ausführenden Unternehmen sehr viel Arbeit hatten. Letztendlich konnte es gut abgeschlossen werden.

Ein großes Thema, besonders für alle die in diesem Jahr schwimmen gehen wollten, war der Blitzschaden Mitte Mai, in dessen Folge das Freibad fünf Wochen außer Betrieb war. Der Blitzeinschlag zerstörte weiter Teile der Steuerung für  die Schwimmbadtechnik sowie die Solaranlage. Die Schadenssumme liegt bei 120 000 Euro.  Unter anderem wegen der langen Lieferzeiten für die Spezialteile war eine Wiedereröffnung lange ungewiss. Dass es letztendlich nur fünf Wochen waren, alg laut Martin Pichler auch am Engagement des Bademeisters: „Wenn wir Daniel Peschl und gute Partnerfirmen nicht gehabt hätten, wäre die Badesaison 2018 wohl gänzlich ins Wasser gefallen.“ So konnte man trotzdem an 86 Tagen öffnen. Die  hohen Besucherzahlen glichen die Schließzeit dann im Jahresschnitt fast aus.

Für die Zukunft stehen die Sanierung der Sonnenstraße und der Alten Passauer Straße auf dem Programm. Die Planungsleistungen hierzu stehen auf der Tagesordnung der nächsten Marktgemeinderatssitzung. Probleme machte auch eine Stützmauer unterhalb des Parkhauses, die teilweise umgefallen war. Diese wird im nächsten Jahr gesichert.

Die Spielplätze wurden begutachtet, hier sah Pichler Licht und Statten. Auch Skaterpark war im Gespräch, Kosten von fast 40 000 Euro sprengten aber die Verhältnisse.

Im Bereich der Wasserversorgung wurden die Quellen bei Solla saniert und ein neuer Übergabeschacht. Eingebaut. „Diese haben in dem trockenen Jahr gute Dienste geleistet und bin dankbar die wir hier etwas gemacht haben“, so der Bürgermeister. Ein Problem sei noch die Leitung, die das Quellgebiet mit dem Hochbehälter auf dem Kadernberg verbindet, besonders an den Stellen an denen die Ohe und die  Bundesstraße gequert werden.

Ein großes Thema im Marktgemeinderat war die Fortschreibung der städtebaulichen Untersuchung. Ziel der Städtebauförderung sei der Erhalt der charakteristischen Siedlungsstruktur und die  Entwicklung des öffentlichen Raums. Ergebnis ist jetzt ein Planunsgkonzept, mit dem die Gemeinde durch in die Planung gehen kann. Im Mittelpunkt stünden die Barrierefreiheit am Marktplatz und die Nutzung des ehemaligen Bolta-Geländes. „Dazu gehört auch der Erwerb des Hauses am Luitpoldplatz“, nimmt Pichler Bezug auf die aktuelle Berichterstattung in der Presse.

Die größten derzeit laufenden Maßnahmen sind die Sanierung des Daches für die Doppelturnhalle, die weitgehend abgeschlossen ist und die energetische Sanierung des Kindergartens St. Elisabeth,  gefördert durch das kommunale Investitionsprogramm. Eigentlich sollte die Maßnahme bis Beginn des Kindergartenjahres abgeschlossen sein, die gute Auslastung der Baubranche hat dies jedoch verhindert.

Bei der Breitbandversorgung wurde der Ausbau des zweiten Förderprogramms  abgeschlossen. Die Investitionssumme lag hier bei 230 000 Euro. Die Inbetriebnahme wird Mitte Dezember erfolgen. In einem dritten  Verfahren werden nun mittels des Höfe-Bonus weitere dezentral gelegene Gebäude angebunden.

Insgesamt fanden zwölf Marktgemeinderatssitzungen statt, mit alle Ausschüssen kam man auf 25 Sitzungen zusätzlich zu zahlreichen Vorbesprechungen. Pichler dankte allen Marktgemeinderäten, dass sie sich hierfür Zeit nehmen und darüber hinaus in Arbeitsgruppen engagieren.

Anschließend ging Pichler auf die finanzielle Situation ein. Das Gesamthaushaltsvolumen beträgt 11 Mio Euro, größter Ausgabenfaktor ist die Tilung von Krediten. Schwierig sei besonders die Planung der Steuereinnahmen durch die Gewerbesteuer, die extreme  Ausschläge zeigte. „Nach Einbruch 2017 hat sich jetzt die Situation wieder etwas entspannt, auch wenn die Auswirkungen von 2017 noch spürbar sind“, so Pichler. Um dies aufzufangen, plane man im Jahr 2018 eine Kreditaufnahme von 930 000 Euro. Die Schulden pro Einwohner liegen dann bei etwa  1000 Euro.

Im Anschluss daran brachten einige Bürger ihr Anliegen vor, die bis in spätestens drei Monaten im Marktgemeinderat behandelt werden müssen. Hier bei ging es um eine Webcam auf dem Kadernberg. Aber auch der Zustand der Straße Richtung Schreinerhof sowie die Verkehrsführung bei der Baustelle auf der B85 und B533 im Bereich Zehrermühle wurde kritisch angesprochen. Gefragt wurde auch nach dem Stand der Erneuerung der Brücke der B85 über die Ohe.