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Entspannung bei Schönbergs Finanzen

„Die finanzielle Situation der Marktgemeinde hat sich etwas entspannt“, berichtete Bürgermeister Martin Pichler auf der diesjährigen Bürgerversammlung. Grund war eine Normalisierung der Gewerbesteuer und ein etwas höherer kommunaler Finanzausgleich, eine Folge des schwierigen Haushaltsjahres 2017.

Die hohe Auslastung bei Planungsdienstleistern und Bauunternehmen mache es zunehmend schwierig, Maßnahmen umzusetzen, so Martin Pichler auf der diesjährigen Bürgerversammlung.

Bekommt Schönberg hier einen Kreisverkehr? So sieht es zumindest die Planung des Straßenbauamtes vor, die Bürgermeister Pichler auf der Bürgerversammlung vorstellte.

Bei einer Verschuldung auf konstantem Niveau von etwa 4 Mio Euro war die Tilgung der Kredite die höchste Ausgabe, gefolgt von Baumaßnahmen wie die Instandsetzung des Turnhallendaches oder des Trinkwassernetzes. „Die Gewerbesteuer entscheidet über das Wohl und Weh der Gemeinde“, so Pichler, „und da ist es gut, dass die Betriebe in unterschiedlichen Branchen Standbeine haben.“

Entgegen den Prognosen stabil ist die Bevölkerungsentwicklung. Zwar gäbe es weniger Geburten als Sterbefälle. Dieses Minus werde jedoch durch Zuzüge ausgeglichen. Dadurch werden die Bewohner der Marktgemeinde immer älter. Den größten Anteil nehmen die 50- bis 65-jährigen ein.

In seinem Bericht ging der Bürgermeister auf die zahlreichen Entscheidungen und Beratungspunkte des Marktgemeinderates ein. Als „Operation am offenen Herzen“ bezeichnete Pichler die Erneuerung der Leitung zwischen den Quellen und den Hochbehältern. „Wenn die Leitung gebrochen wäre, hätten genau noch für einen Tag Wasser gehabt“.  Schwierig waren die Querungen der Bundesstraße B85 und der Mitternacher Ohe. Während erste im Spülbohrverfahren durchgeführt werden konnte, musste die Flussquerung im offenen Verfahren durchgeführt werden. Doch das Ergebnis stellte Pichler zufrieden: „Die nächsten 150 Jahre werden wir hier keine Probleme mehr haben.“ Zwar war auch in den zurückliegenden trockenen Sommern die Trinkwasserversorgung sicher, dennoch beauftragte die Marktgemeinde die Überprüfung von Tiefbrunnen, um die Versorgung auch in Zukunft sicherzustellen.

Mit dem Verkauf der Flächen des Gewerbegebietes Kreuzbach an die Schönberger Sesotec GmbH ist für Pichler ein langer Weg ans gute Ziel gekommen. Neben dem Grunderwerb mussten hierzu einige Arbeiten wie die Errichtung eines Regenrückhaltebeckens und die Erstellung der Zufahrt erledigt werden. Pichler dankte dem Marktgemeinderat für die Einigkeit in dieser Sache.

Neuigkeiten zu berichten gab es auch in Sachen Ausbau der Bundesstraße zwischen Eberhardsreuth und Schönberg. Eine ursprüngliche Variante hätte die Zufahrt zur Kläranlage und den landwirtschaftlichen Flächen fast abgeschnitten. Dies konnte in vielen Terminen mit dem Straßenbauamt abgebogen werden. Statt einer Kreuzung zwischen B85 und B533 ist nun ein Kreisverkehr geplant. Pichler freut sich auch, dass der Unfallhäufung mit schweren Verkehrsunfällen dadurch entgegengewirkt werden könne. Der Baubeginn stehe allerdings noch nicht fest.

Gefällt werden müssen die großen Bäume oberhalb des alten Friedhofes. Diese sind in einem schlechten Zustand und drohen auf den Friedhof zu fallen. Die Arbeiten in dem extrem steilen Gelände, zu denen ein eigener Zugang vom Hochbehälter her geschaffen werden musste, bezeichnete Pichler als sehr schwierig.

Kurz vor Abschluss stünden die Umbauarbeiten im Erdgeschoss des Rathauses. „Momentan können wir davon ausgehen, dass ab dem 2. Dezember das Rathaus wieder über den Haupteingang vom Marktplatz her betreten werden kann“, so Martin Pichler. Im neu geschaffenen und barrierefrei gestalteten Erdgeschoss könne der Bürger fast alle Behördengänge erledigen.

Kritisch äußerte sich ein Anlieger der Deggendorfer Straße. Kaum ein Fahrer hielt sich an die dort gültige Höchstgeschwindigkeit von 30km/h. Die Beschildung aus Richtung Marktplatz sei schlecht sichtbar. Pichler entgegnete, dass dies mehr an den Fahrern als an den Schildern läge, versprach aber sich einerseits die Beschilderungen anzusehen und andererseits bei der Polizei um weitere Geschwindigkeitskontrollen zu bitten. Ein weiterer Bürger bemängelte die schlechte Infrastruktur für Radfahrer in der Marktgemeinde. Er bat um eine möglichst gemeindeübergreifende Bestandsaufnahme und ein Ausbau des Radwegenetzes. Kritisch gesehen wurden auch die neuen Info-Pavillons. Hier erklärte Pichler, dass diese durch das INTERREG-Verbundprojektes in einem großen Gebiet gleich aussehen würden und man keinen Einfluss auf die Gestaltung gehabt habe. Um die Zukunft des Kadernberges machte sich ein weiterer Bürger Gedanken und regte an, als Ersatz für den geschlossenen Hochseil-Kletterpark eine Boccia-Bahn zu errichten. Pichler konnte hierzu von den Plänen einer Naturkegelbahn gemeinsam mit den Pächterinnen des Turmstüberls berichten.

Zum Abschluss dankte der Bürgermeister dem fast vollzählig erschienenen Marktgemeinderat für die gute Zusammenarbeit und der Verwaltung für die Unterstützung im letzten Jahr.