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Kulturmobil des Bezirks Niederbayern machte Station in Raben

Kürzlich machte das Theaterensemble Station in Raben vor dem Feuerwehrhaus der FFW Hartmannsreit.

Frieder Kahlert vom Theater Maskara, das er 1986 ins Leben gerufen hatte, erfreute Kinder und Erwachsene am Nachmittag bei sommerlichen Temperaturen mit dem Märchen „Der Held und die Prinzessin“. Der Theaterspieler schlüpfte beim lebendigen und fantasievollen, 60-minütigen Maskentheater in alle Rollen, wechselte blitzschnell Stimme und Körperhaltung. Jede Figur erhielt so ihren eigenen Charakter. Kahlert brachte das Publikum zum Lachen und Mitmachen. Seine Vorstellung war einfach grandios. Mit den kunstvollen Ledermasken der Prinzessin, des Königs, der Königin, Janko dem Retter, zwei Wandersburschen, Gierschlund und dem Drachen, die bei Nichtgebrauch auf einem Holzstab pausierten, erzählte Kahlert mitfühlend und mitreißend, jodelte, tanzte und spielte dazu Instrumente. Der Erzähler versuchte auch, den tieferen Sinn des Märchens zu erfassen und brachte es mit viel Spaß, Witz und voller Hingabe auf die Bühne. „Es war einmal...“, begann Kahlert und die Kinder spitzten ihre Ohren beim Märchen um die Prinzessin, die heiraten sollte. Deshalb kamen viele Bewerber an den Hof: lange Dürre, kleine Runde und große Dicke. Als die Königstochter plötzlich von einem Drachen entführt wurde und die Eltern „einen Eimer voller Tränen weinten“, versprachen sie dem Erretter das halbe Königreich. Und dann kam das „windige Buttermilch-Grischperl“ Janko und versprach, die Prinzessin zurückzubringen. Viele Hürden nahmen Janko und die Wanderburschen und mit dem „Zauberschuh“, ausgeliehen von einer Dame aus dem Publikum, klopfte Janko dreimal an den Felsen zum Drachenreich und holte die Prinzessin nach Hause. Und weil alle Märchen ein gutes Ende haben, feierten sie ihr ganzes Leben lang. „Das war eine heiße Vorstellung!“, verabschiedete sich Frieder Kahlert. Großer Applaus belohnte seine schweißtreibende Darbietung. Zur 90-minütigen Abendvorstellung der turbulenten Komödie „Der Geizige“ nach Molière begrüßte 2. Bürgermeister Günter Klampfl die vielen Besucher. Er freute sich, dass mit den Aufführungen des Kulturmobils mit kleinen Schritten ein Wiedereinstieg in die Normalität möglich sei. Er dankte dem Profi-Team des Kulturmobils, der Feuerwehr Hartmannsreit und der Dorfgemeinschaft Raben und Rötz. Wie es sich in Corona-Zeiten gehört, wurde auf der Bühne erst einmal alles fein säuberlich desinfiziert, bevor Elise räkelnd versuchte, die Aufmerksamkeit ihres Liebsten zu erhaschen. Beeindruckend wurde von den Schauspielern Peter Papakostodis, Johannes Schön, Carmen Jahrstorfer, Artur Hieb, Elisabeth Küchle und Robert Erby mit fantastischen Mimiken und Darbietungen das kurzweilige Stück voller komischer Verwicklungen aufgeführt. Was sollen die Kinder Elise und Cleanthe machen, wenn der Vater auf seinem Geld sitzt und nur besessen darauf ist, es zu vermehren? Das Glück seiner Kinder interessiert den alten Herrn herzlich wenig, der von Gier und Geiz besessen ist. Mit viel List wollen die Geschwister versuchen, ihre Liebesheiraten zu verwirklichen, sehr zum Ärger ihres Vaters, der immer einsamer und verbitterter wird. Es wurde eine beschwingte Vorstellung mit witzigen Zwischenfällen, die aber nicht zum Drehbuch gehörten. Denn als der „Geizige“, der sein Geld im Garten verscharrt hatte und glaubte, sein Hund belle beim Buddeln, machte sich von der Weide nebenan eine Kuh mehrmals bemerkbar und trug so zu vielen Lachern im Publikum bei. Und mit dem „knauserigen Knicker“, der sein Geld mehr liebt als alles andere, haben die Kinder, der Liebhaber, die Heiratsvermittlerin sowie der Diener, Koch und Hausmeister, der die verschieden Rollen grandios und mit einem tollen Akzent vorführte. Das Publikum hatte in dieser lauen Sommernacht viel zu lachen und die Schauspieler der Abendvorstellung wurden mit anhaltendem Applaus verabschiedet. Text und Foto: Olga Behringer