Markt Schönberg. Nicht umsonst zieren gleich vier Piktogramme das bayerische Signet für Barrierefreiheit. Das Bild nur vom Rollstuhlfahrer vor der Bordsteinkante ist schief. Hürden reduzieren und Zugänge eröffnen, das bringt was für jedes Alter was und für möglichst volle Teilhabe viel. Ein entsprechendes Erfolgs-Schild darf nun weite Teile des Marktes zieren.
Das Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales hat es dem Markt Schönberg nach gründlicher Prüfung vieler Parameter für das Rathaus, den Marktplatz, die Touristinformation mit Coworking-Space und Raum der Erinnerung sowie für KuK und das Volksfest verliehen. Nur der Reinsberger Park darf sich damit nicht schmücken, weil der Aufenthalt dort auch eine behindertengerechte Toilette erfordern würde. Dass es geht, so viele Lebensbereiche wie möglich in Barrierefreiheit einzubeziehen, das wird dennoch verdeutlicht. Baulich hat sich viel getan. Wo zuvor Treppen unüberbrückbar für gehbehinderte Menschen waren, sorgen Rampen oder Lifte für Weiterkommen zu Amt, Info oder auch Einzelhandel. So standen beim Volksfest entsprechende Toiletten zur Verfügung, um den Spaß nicht dort enden zu lassen, wo Bier oder Limo Druck gegen selbstverständliche Teilhabe aufbauen. Das kann aber auch nur ein Anfang sein. Sehbehinderte bekommen jetzt Fahrpläne am Busterminal vorgelesen. Spezielle geriffelte Markierungen am Boden bieten fühlbares Leitwerk. Hürden können vielfältig sein. Deshalb war es ebenfalls ein langer Weg, den der Marktgemeinderat zusammen mit Fachleuten gegangen ist. Dazu zählten Behinderten- Senioren- oder auch Jugendbeauftragte. Vom Kinderwagen über Schulweg bis zu Stock und Rollator im Alter ziehen sich viele Themen durch öffentliche Einrichtungen, die unterm Strich auch den Menschen nutzen, die sich gar nicht als gehandicapt sehen würden. Deshalb soll das Geschaffene auch nicht als Selbstverständlichkeit betrachtet werden, sondern die Schilder sollen auch ein Hinweis sein, dass auch Barrieren im Kopf immer noch weiter abgebaut werden müssen für eine hochgradige Inklusion. Bürgermeister Martin Pichler musste dennoch feststellen, dass trotz allem Schönberg topografisch eben nicht zu 100 Prozent „schön flach“ werden könne. Aber mit Offenheit für Veränderung wurde vieles ins Rollen gebracht, was sonst „aneckend“ geblieben wäre; und mit Hilfe von Gemeinderätin Veronika Egger, die sonst über ein Planungsbüro recht ähnliche Themen wälzt, wurde auch der komplexe Antrag nach München so rund, dass Schönberg (fast) auf ganzer Linie überzeugen konnte.
Bildunterschrift:
Im Auftrag der Bürgerinnen und Bürger mit Handicaps wie kurzen Beinen, Stock, Rollator, Rolli oder Einschränkungen bei Sinnen nahmen Yvonne Stadler (v.l.), Zweiter Bürgermeister Günter Klampfl, Doris Rötzer, Martin Pichler und Veronika Egger das Signet mit Piktogrammen für praktisch alle gerne entgegen. Foto: Markt Schönberg