Markt Schönberg. Der Schönberger Maibaum steht wieder. Am 30. April hob ihn ein Kranwagen in die Senkrechte. Mit dabei war der Kindergarten St. Elisabeth mit Kindertanz, das Kommunalteam in Orange für den letzten Schliff und eine Gruppe Langfinger. Die hatten sich das Frühlingssymbol zuvor unter den Nagel gerissen - und erst nach Auslöse war die Rückgabe erfolgt.
Zugegeben, den Maibaumdieben wird es in Schönberg schon etwas leicht gemacht. Der Maibaum liegt in der Regel recht unbewacht und offen zugänglich herum. Dahinter stecken auch Sicherheitserwägungen, damit sich beim diebischen Zugriff niemand verletzt oder damit beim Einsteigen nichts zu Bruch geht. Das heißt aber nicht, dass es einfach wäre, sich einen Maibaum traditionell so anzueignen. Eine große Gruppe der „Zamgstrahdn“ aus Witzmannsberg hatten sich heuer gleich drei Exemplare geangelt: Aus den drei Märkten Schönberg, Tittling und Perlesreut. Das verlangt Manpower, Bereitschaft zur „Nachtschicht“ und passende Transportlogistik. Und hinterher muss bisweilen noch der Anstrich aufgehübscht werden oder die Auslöse bleibt hinter den Hoffnungen zurück. Aber irgendwie kommt man immer zusammen. In Schönberg winkt neben akuter Marschverpflegung zur Rückholaktion auch noch eine Einladung zum Volksfest. Aber eigentlich geht es doch um den Spaß.
Den hatten Bürgermeister und Maibaumdiebe dann mit den Kindergartenkindern, die sie zum Tanz in den Mai in ihre Mitte nahmen, um nach einem Gedicht das „Gute-Laune-überall-Lied“ zu singen und zu tanzen. Während die Belohnung für die Kurzen dann ein Eis vom Italiener nebenan war, hievte ein Kranwagen von Max Wirkert den geschmückten Baum in die Senkrechte. Auch da setzt Schönberg technisch lieber auf Sicherheit. Zu unterschätzen ist so eine lange Stange ja doch nicht; trotz regelmäßigem „Maibaum-TÜV“. Als die Kinder dann wieder zurück waren, amüsierten sie sich noch über die witzigen Zunftschilder am Baum, bei denen es vom Feiern und Tanzen über die verschiedenen Berufe am Ort bis hinauf zu Storch und Schule oder Kindergarten geht. Da versucht der Metzger das Schwein zu erwischen, der Bäcker backt, der Schmied schmiedet …; und wie ein Arzt da eine fiese Verstopfung hinterkünftig zu lösen versucht, das kann auch entdeckt werden. Der Blick nach oben lohnt sich also.
Zur Sicherheit gab es für den Bürgermeister von den Kindern auch noch einen Minimaibaum. Falls der echte verschwunden geblieben wäre. Den darf er sich jetzt ins Büro stellen.
Bildunterschriften zur Auswahl:
Alex Liebl (von vorne), Michael Christoph, Jannik Lippl und Jan Schwarzkopf brachten für die „Zamstrahdn“ stellvertretend den Baum zurück und nahmen vier Kasten Volksfestbier als Anzahlung mit.
Tanz in den Mai: In jeder Richtung gute Laune. Da mussten alle Beteiligten einfach mit.
Aufgestellt! Mit Krankraft war es für den zurückgekehrten Baum in die Senkrechte gegangen.
Elena schenkte Martin Pichler einen Minimaibaum; falls der echte verschwunden geblieben wäre.
Fotos: Markt Schönberg