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Schönberg

„Ich war schon einmal tot!“

Der Hundertjährige, der lieber zum Tanzen ging

Markt Schönberg. Es gibt den berühmten Spruch, wonach jemand, der nicht alt werden will, einfach nur jung sterben müsse. Richard Braumandl hätte dafür schon reichlich Gelegenheit gehabt. Aber er blieb dann doch lieber besonders lange jung.

„Ich war schon mal tot!“ Das sagt er mit Überzeugung. Einen schweren Motorradunfall überstand er ebenso wie die Splitter einer Handgranate, die ein leichtsinniger Ausbilder der Wehrmacht – für den das tödlich endete - neben ihm zündete. In einem militärischen Übungsteich ist er dann aber doch noch ertrunken. Als er schon ganz weg war von Welt und Krieg, habe ihn ein Kamerad noch herausgezogen und reanimiert. Da war der am 18. August 1923 geborene angehende Panzerfahrer, der sich dann noch vier Jahre bis zum ersehnten Frieden und Heimkehr durchkämpfen musste, noch nicht einmal 20 Jahre alt.

Aber vielleicht braucht es ja einen anderen Antrieb als den reinen Überlebenswillen, um ein erfülltes Leben lange zu genießen. Sein Elternhaus stand in Haundorf bei Thurmansbang. Dass er dort schon als Heranwachsender seine Franziska, sein Fannerl, kennenlernen würde, war schon ein großer Zufall. Das Schönberger Mädchen hatte dort eine Tante und kam gelegentlich zu Besuch. Die zarte erste Jugendliebe wurde von den Wirren der Zeit für viele ungewisse Jahre jäh auseinandergerissen. Umso größer war die Überraschung: Beim allerersten Tanz am Dorfplatz nach dem Krieg sprang eine junge Frau vom Rad und schritt geradewegs auf ihn zu. Und er sagte völlig überrascht: „Bis Du die Fannerl?“

So wurde er ein eingeheirateter Schönberger, Nebenerwerbslandwirt mit Urlaub am Bauernhof und Haupterwerb am Bau. Er blieb immer in Bewegung und hatte sein eigenes Gemüse; in Bio. So praktisch veranlagt wurde er schließlich bis zur Verrentung Vorarbeiter am Bauhof. Fünf Kinder haben er und seine Fannerl bekommen; aber noch bis in die Enkel- und Urenkelgeneration hinein nachzählen, das hätte länger gedauert, als es die extra lange Schar der Gratulanten am seinem Ehrentag zugelassen hätte.

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