Markt Schönberg. Gelegenheit macht Diebe. Als ein Freundeskreis im Ohetal bei einer Halben unlängst zusammensaß, wurde eine ganze verrückte Idee daraus. Wir krampfeln uns einen Maibaum. Es erwischte den Schönberger Marktplatzmaibaum. Gegen Auslöse durfte das gute Stück am 30. April aber gleich wieder aufgestellt werden.
Unterm Strich ist die Bilanz eher negativ. Vier Kasten Gestensaft und Leberkässemmeln sowie je ein Biermarkerl für die ganze Truppe: Dafür musste der richtige Baum erst einmal ausgespäht, die halbe Nacht um die Ohren geschlagen und der einstämmige Langholztransport durch die Lande bis zu einem sicheren Versteck gebracht werden. Ein nächstes Mal soll schon noch strenger verhandelt werden. Sonst gibt es eine ernst gemeinte ebay-Anzeige: „Riesenzahnstocher mit 30 mal 20000 cm günstig abzugeben; auch Teillieferungen möglich.“ Immerhin, der Spaß war ja auch was wert. Und wer hatte da nicht aufgepasst? Die Kommunalen sagen natürlich: „Außerhalb der Dienstzeiten soll schon der Bürgermeister selbst die Wache schieben!“ Es wurde also den Maibaumkrampflern schon etwas leichtgemacht. Dafür lautete ein Punkt im Pakt, dass die Diebe den Baum auch wieder anständig grün streichen müssen. Zwei „eidriggade Bembsel“ und ein Farbeimerl wurden überreicht. Dafür wurde der Einzug gebührend gefeiert. Die Schulanfänger des Kindergartens hatten Tänze vorbereitet; natürlich auf modern getrimmt und mit „Wackelkontakt“ vorgetragen. Dann wurde mit sicherer Maschinenkraft in die Senkrechte gebracht, damit die Burschen zur nächsten Verhandlung aufbrechen konnten. Den Innernzeller Baum hatten sie nämlich auch erfolgreich abgeräumt. Für die Kinder gab es Eis.
Bildunterschrift: Bilder je nach Bedarf zur Auswahl
Gruppenbild:
Die Kindergartenkinder von Schönberg hätten fast die Polizei gerufen: „Diebstahl!“ Aber dass aus Tradition das schon mal in Ordnung sein kann, das erfuhern sie von Bürgermeister und Maibaumkrampflern.
Maibaumkrampfler:
Johann Süß (quer) war ein Leichtes gegen den Maibaum, den unter anderem Braunreuther Gregor (v.r.), Alex Bschlangaul, Michael Schubert, Tobias Mück, Julian Driendl, Manuel Haydn, Fabian Ranzinger und für die optische Verbesserung Ronja Höll samt weiterer nächtlichen Helfer mittels langen Fingern „verräumten“.
Wackelkontakt:
Zum Lied Wackelkontakt tanzten Kinder und Beteiligte einen lustigen Maitanz, als alles gut verhandelt und der Baum aufgestellt war.
Eigschlogn
Bürgermeister Martin Pichler und Gregor Braunreuther schlugen bei vier Kästen, Biermarkerl und Leberkäsbrotzeit ein. Fotos: Markt Schönberg