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Schönberg

Wissend und wirkend

Feldgeschworener Josef Regener nach 12 Jahren Ehrenamt verabschiedet

Markt Schönberg. Die Feldgeschworenen sind eine Art Vermittler zwischen Amt und Bürgern. Im Markt Schönberg gab es bisher sechs von ihnen. Mit Josef Regener geht nun einer in den Ehrenamtsruhestand.
Bürgermeister Martin Pichler verabschiedete ihn mit Urkunde und als Dankeschön mit Markthonig und Bärwurz. Der Gemeinderat hatte nach über 12 Jahren Tätigkeit zugestimmt, dass Regener das wichtige und aufwändige Amt ablegen kann. Ebenfalls zum Termin gekommen war der Obmann der Feldgeschworenen, Johann Krammer, der kurz zu Aufgabe und Bedeutung berichtete. Als zu früheren Zeiten Vermessungsämter und Möglichkeiten der genauen Bestimmung per Geodaten noch nicht selbstverständlich waren, da waren die Feldgeschworenen die Hüter der Grenzmarken, die Wissenden und Vermittelnden, wenn es um eventuelle Streitigkeiten ging. Noch heute gibt es in einigen Regionen Bayerns intensiv gepflegte Traditionen und Überlieferungen, die bei großen Treffen und Vermessungstagungen auch betont werden. Da geht es dann um die geheimen Siebener-Zeichen und die besondere Achtung der Feldgeschworenen. In unserer Region ist das etwas weniger stark ausgeprägt. Aber Krammer und Regener erinnern sich durchaus auch an Einsätze, bei denen unter alten Steinen besondere Codes gefunden wurden, Tonscherben, Gläser oder kreuzförmig angeordnete Steine, um zu belegen, dass die Position auch wirklich stimmt.
Heute sind die Feldgeschworenen die kommunalen Partner der Vermessungsämter. Sie kennen Leute und Topografie, sie kennen die Erzählungen, wie und wo Grenzen verlaufen müssten. Das hilft oft schon weiter bei Unklarheiten. Aber sie sind auch dabei, wenn es amtlich wird. Dann wird genau gemessen und die offizielle Markierung neu gesetzt. Theoretisch dürften sie selbst sogar Markierungen wiederherstellen; aber Rechtssicherheit wird auch hier angestrebt. Und da braucht es doch den Kollegen mit GPS und Karten. Von den Kommunen werden sie auch tatkräftig unterstützt, wenn es an die Arbeit geht. Nur eines haben sie in der Regel selbst dabei, sagt Krammer, einen eigenen scharfen Spaten: „Der schneidet halt einfach besser!“

Bildunterschrift:
Ein herzlicher Dank für wissendes und zupackendes Ehrenamt ging an Josef Regener von Bürgermeister Martin Pichler und Obmann Johann Krammer. Foto: Markt Schönberg

 

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