Markt Schönberg. Gut zu tun, aber durchschnittlich aufregend; so könnte man das Jahr 2025 aus Sicht der Polizeiinspektion Grafenau skizzieren. Ihr Leiter, Erster Polizeihauptkommissar Thomas Kern stellte den Sicherheitsbericht Schönbergs Bürgermeister Martin Pichler vor.
Mit 2564 Einsätzen waren die Beamten gut auf Streife. Im Vergleich zu Bayern oder Niederbayern ist die Quote der gemeldeten Straftaten nur minimal gesunken. Aber das liegt eher an einer generell unaufgeregteren Lage. Und von den 673 Fällen wurden etwa drei Viertel auch geklärt. In den Bereich gehören nach statistischem Anteil Anzeigen zu Diebstahl, Vermögens- oder Fälschungsdelikte, Körperverletzung, Sachbeschädigung und sexuelle Übergriffe. Etwa ein Drittel aller Meldungen im Blaulichtbereich sind unter Sonstiges einzuordnen.
Aufschlüsselbar wären die Zahlen dann bis in statistische Tiefe nach Faktoren wie Alter, Geschlecht, Nationalität oder Alkoholeinfluss. Wichtig sei es dennoch, immer auch weitere Faktoren zu bedenken. So führte die Cannabis-Gesetzgebung zu sinkenden Fällen bei Handel und Schmuggel. Es sagt aber weniger über Konsum und Folgen aus. Jede Gemeinde hat dennoch weiter auch individuelle Gegebenheiten. Das Elefantentreffen ist etwa mit neuem Sicherheitskonzept wieder „unauffälliger“ geworden. Manchmal reicht es, wenn Problemhaushalte wegziehen, um statistische Verwerfungen zu begründen. Oder ein tragischer Mordfall rechnet sich für ein Jahr negativ ein, würde man nicht lange Zeiträume auch beachten. Im Markt sorgt zum Beispiel eine besondere Einrichtung dafür, dass Zahlen zu Jugendlichen der besonderen Situation geschuldet anders und pädagogischer gelesen werden müssen, ohne dem Ort insgesamt unterstellen zu können, hier gebe es einen besonderen Kriminalitätsschwerpunkt.
Was aber weiter aufmerksam beobachtet wird: Handy am Steuer und Gurtverweigerung sind trotz klarer Risiken verbreitet. Ältere sind mittlerweile dank E-Bike mobiler auf zwei Rädern als früher. Die Unfälle häufen sich naturgemäß und Verletzungen fallen auch schwerer aus. Der Alkohol radelt auch unerlaubt mit, selbst wenn Grenzen da etwas höher sind. Vernünftig ist der Begleiter nie. Und: Kriminalität im Netz wird ein permanentes Aufgabengebiet mit oft wenig Eingriffschancen vor Ort oder im Land. Wozu das Sicherheitsgespräch zudem neben Warnung und Aufklärung dient: Es können auch gesellschaftliche Trends beleuchtet werden, die sich bei Kontakten der Polizei mit Menschen und Fällen zeigen. Die Psyche einer Gesellschaft äußert sich dort am stärksten, wo es um Konflikte und deren Vermeidung oder Aufklärung geht. So berichtete Kern, dass es schwieriger wird, auf offene Ohren zu stoßen. „Mir egal!“ das ist dann gerne eine Reaktion auf gut gemeinte Präventionsarbeit. Entgegen der eigentlichen Situation sehen sich viele Bürgerinnen und Bürger als abgehängt, die Algorithmen der Sozialen Medien schlagen gegen objektive Information in den Vorwurf „Lügenpresse“ durch. Menschen reagieren aggressiver als früher.
Bürgermeister Martin Pichler dankte für die Präsentation, die er auch dem Gemeinderat vorstellen will. Insgesamt sei er froh, in einer danach belegt besonders sicheren Ecke leben zu dürfen, selbst wenn die Zahl derer steigt, die das nicht so sehen wollen. Er bestätigte aber auch, dass ein wachsames Auge und ein offenes Ohr im Vorfeld einer Problemlage oder Tat auch im politischen Kontext immer wichtig sei.
Bildunterschrift:
Bürgermeister Martin Pichler und Erster Polizeihauptkommissar Thomas Kern als PI-Leiter sprachen zu statistisch belegten und eigentlich beruhigenden Zahlen. Die gefühlter Sicherheitslage weicht davon aber schon mal ab, auch ohne guten Grund aber vermutlich mit starken Algorithmen hinterlegt. Foto: Öffentlichkeitsarbeit Markt Schönberg