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Schönberg

„Klär(an)wärter“ ganz konkret

Abschlussklassen für Abwassertechnik schauten sich beim Dozenten um

Markt Schönberg. Jürgen Murr ist ein besonders umtriebiger und engagierter Abwassermeister im Markt Schönberg. Als solcher hat er alles im Blick und den Nachwuchs obendrein. Denn an der Bayerischen Verwaltungsschule in Lauingen an der Donau lehrt er auch als Dozent angehende Fachkräfte für Abwassertechnik, wie die Berufsbezeichnung für den landläufig Klärwärter genannten Beruf derzeit noch heißt. Zwei Klassen machen demnächst ihren Abschluss. Als Vorbereitung gab es noch Anlage konkret beim „Herrn Lehrer.“ 
An zwei Tagen waren knapp 30 Anwärter in zwei Gruppen zur Prüfungsvorbereitung gekommen. Jürgen Murr und sein Schönberger Fachteam mit Christian Hölzlwimmer in Labor und Praxis bieten das schon mehrere Jahre an. Denn alle Theorie bleibt grau, wenn sie nicht am Objekt geübt wird. Und da bietet die Kläranlage Schönberg trotz relativ kleiner Dimension eine erstaunliche Vielzahl an Einblicken samt aller Klärstufen, Diagnostik und digitalisierter Meldungen zum Betrieb, dank zusätzlicher Klärgasverstromung und einer Klärschlammtrocknung mit wiederum eigenen ökonomischen Aspekten.
Was ist, wenn ein bestimmter Wert an der Anzeigetafel einbricht? Ursachen und Lösungswege. Wie viel Zeit bleibt für welche Reaktion? Vielleicht ist nur ein Sensor verdreckt oder besteht ernste Gefahr? Da wechselt die Schulstunde schnell von Technik über Elektronik und Mechanik zu Biologie und Chemie. Ursachen können von Temperaturschwankungen bis Regenschwall reichen, warum so eine Anlage „zu husten beginnt“. Es geht um Fachbegriffe, die bei einem zur Prüfung anstehenden Fachgespräch fallen sollten. Um Stufen des Verfahrens und eingesetzte Hilfsstoffe. Maximale Grenzwerte, Filtervarianten oder die Frage von Wirtschaftlichkeit einer eingesetzten Technik – Antworten kommen so schnell, wie Eingreifen nötig sein kann. Und dass ganz Bayern bei diesem Testlauf vertreten ist hört man entweder aus „wous mou i dou?“ oder „Nidradifizierung“ mit zwei weichen „t“. Aber der Anspruch ist gleich, später an einer Schaltstelle mit besonders hoher Verantwortung zu sitzen. Das ist Jürgen Murr wichtig, da bringt er sich auch konkret angewandt ein. Und das bleibt auch so, wenn mit weiter aktualisiertem Berufsbild aus den „Klärwärtern“ dann künftig „Umwelttechnologen für Abwasserbewirtschaftung“ werden.

Bildunterschrift:
An einem Dienstag und Mittwoch ging es ganz konkret am Objekt rein in die Prüfungsvorbereitung für Gruppe eins von zwei. „Team Orange“ aus dem Markt Schönberg erklärte auch, warum im Labor ein weißer Kittel getragen werden muss. Foto: Öffentlichkeitsarbeit Markt Schönberg

 

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