Zurück zur Übersicht
Schönberg

Sicherheit geht vor

Esskastanie an Schule muss gefällt werden – und kranke Eschen am Gefühlsweg

Markt Schönberg. Im Vorbeilaufen könnte man es glatt übersehen. Einer der Esskastanienbäume, die die Straße zur Dietrich-Bonhoeffer-Schule säumen, trägt zu einer knappen Hälfte dürres Laub. Äste sind schon herunter gebrochen. Die Sicherheit ist nicht mehr gegeben. Deshalb wird er schweren Herzens „verjüngt“.
Volker Schmid und Martina Meisetschläger vom „Grünen Team“ des Marktes haben lange darüber nachgedacht, was mit dem Baum zu tun wäre. Denn statt eines Stamms recken sich hier mehrere gen Himmel. Es ist eine Eigenart der Pflanze, dass mehrere nebeneinander treibende Stämme eine gemeinsame Krone ausbilden können. Es könnte also auch nur ein Stamm entfernt werden. Da hier aber durch die Mächtigkeit des abgestorbenen Teils ein starkes Ungleichgewicht entstünde; und weil vermutlich das Problem des einen Stamms auch die weiteren zu erfassen droht, wird hier ein anderer Weg begangen. Eine weitere natürliche Stärke der Esskastanie ist der „Stockausschlag“. Wie bei Weiden treiben frische Pflanzen aus dem Wurzelstock neu aus und ersetzt den abgestorbenen - oder hier den gefällten Baum - in wenigen Jahren wieder. Dann wird eines Tages von den der schönste und kräftigste „Nachwuchs“ ausgewählt und kann zu einem mächtigen Baum wieder heranwachsen. 
Weniger Verjüngungspotenzial haben hingegen einige Eschen am Gefühlsweg. Sie sind Opfer der „Eschenwelke“, die in den vergangenen Jahren schon ganze Wälder der ehemaligen Zukunftshoffnung ausradiert hat. Ein Pilzbefall sorgt für lichter Krone, verfärbter Rinde und dann Zugänglichkeit für weitere Wurzelpilze, die schließlich auch zum Verlust der Standfestigkeit führen. Auch hier war es am Ende eine Frage der Sicherheit für Wanderer, dass die Fällung alternativlos wurde. Der Markt Schönberg macht schon vorab darauf aufmerksam, dass die Motorsäge nach gründlicher Abwägung zum Einsatz kommt, und dass während der Arbeiten Abstand gehalten werden muss.

Bildunterschrift:
Halb Grün, halb dürr; Eine „Teilfällung“ würde wahrscheinlich neue Probleme aufwerfen. Stattdessen gibt es eine gute Chance auf Verjüngung aus dem Wurzelstock heraus.
Ober:
Volker Schmid und Martina Meisetschläger zeigen die dürren Äste, die bereits heruntergebrochen sind. Eine Esskastanie wird bis auf den Stock geschnitten, von dem aus sie neue austreiben und sich selbst verjüngen darf. Foto: Markt Schönberg

 

Zurück zur Übersicht